Till Behrens

geb. Berlin-Wannsee 02.10.1931

Prof. Dr.-Ing. Till Behrens wurde in einer Zeit geboren, in der die industrielle Welt begonnen hat ihre neuen Qualitäten durch Totalvermüllung von Erde, Wasser und Luft selbst zu zerstören. Begleitet wird dieser Vorgang durch gestalterischen Formalismus. Till Behrens wird als Stadt- und Landschaftsplaner, Architekt, und Industriedesigner Protagonist wiederbewohnbarer Städte (seit 1970 Kampf für Frankfurts Wiederbewohnbarkeit), natürlicher Lebensräume, konstruktiver Architektur und von ästhetisch brauchbarem Industriedesign.

Durch den kriegsbedingten Verlust der Babelsberger Lebensgrundlage der Familie bei gleichzeitigem frühen Tod des Vaters musste Till Behrens als 17-Jähriger vorzeitig ohne Abitur die Schule verlassen um Mutter und 3 jüngere Schwestern 5 Jahre lang als Gleisarbeiter, Autowäscher, Filmtechniker usw. zu unterstützen. So wurde nach Josef und Peter auch Till in der dritten Generation noch Leidtragender der Herrschaft der National-Sozialisten. Später absolvierte er eine Mechanikerlehre, die er mit Auszeichnung abschloss und studierte als Werkstudent am Polytechnikum in München und der Staatsbauschule in Frankfurt a. M. Hochbau. 1958/59 war er Mitarbeiter von Prof. Günter Bock an den Projekten Bürgerhaus Sindlingen, Polizeipräsidium Offenbach, Friedhofsgebäude Westhausen, Einfamilienhaus Korselt.


1957 erarbeitete Till Behrens die Konzeption eines Bauernhofes für Weidewirtschaft im Industriezeitalter. Bei dieser wird Futter durch Schwerkraft (nicht durch Blasen) transportiert. Vom befahrbaren Flachdach aus wird Futter über Luken in Heulager und Silo gekippt und von dort dann in die Futtergänge der Stallungen abgeworfen. Wie bei vorindustriellen Bauernhäusern bietet das mit Heu gefüllte Dachgeschoss eine hervorragende Dämmung.

Bauernhof für Weidewirtschaft
Aquarell
Bauernhof für Weidewirtschaft
Querschnitt durch Futterlager und Stallungen

 


Ab 1959 plante er Industrie-, Sakral-, Verwaltungs- und Wohnbauten im In- und Ausland, unter anderem:

Bankneubau an der Ecke Neue Mainzer / Kaiserstrasse in Frankfurt am Main für das Bankhaus Georg Hauck & Sohn, 1972.
Till Behrens, Bernhard Weber, Kath. Gemeindezentrum mit Kirche in Villa General Belgrano / Cordoba / Argentinien, 1965 – Wallfahhrtsziel für das ca. 500 km entfernte Buenos Aires.
Betriebsgebäude Synthomer-Chemie Langelsheim / Harz
– aus nur 11 Typen industriell vorgefertigter Betonfertigteile in 2 Bauabschnitten 1966 und 1970 montiert und 1987 aufgestockt.

Humanes, hochwertiges Wohnen ist für Till Behrens ein entscheidender Faktor für das Gelingen einer modernen Industrie- und Massengesellschaft. Er setzte sich seit Anfang der 1960-er Jahre mit der unbefriedigenden Situation im deutschen Sozialen Wohnungsbau auseinander. Daraus ging Till Behrens „System für flexibles Wohnen“ hervor. Bei dem dazu als Prototyp errichteten Appartementhaus auf Norderney (1968) konnten sich die Käufer dem System entsprechend die gewünschten Wohnungsgrössen herausschneiden. Weitere Wohnanlagen wurden mit diesem System geplant. Bei der Bedeutung, die Till Behrens dem Wohnen zumisst, nahm er auch immer wieder unrentable Aufträge an für Einfamilienhäuser in Deutschland, Spanien, Griechenland, u. a.– Haus Pfeffer in Bad Soden (1959/60), Haus Canellas in San Antonio Abad, Ibiza (1963), Haus Dr. Lubberger in Marathias (2002).

Terrassenhaus Canellas oberhalb des Cap Negret in San Antonio Abad, Ibiza, 1962, Ansicht vom Meeresufer
Haus Dr. Lubberger, Marathias am Golf von Korinth, Griechenland, 2002, Computeranimierte Südansicht

1968 entwickelte Till Behrens ein industriell vorgefertigtes Holzskelettbausystem mit integrierter Verglasung für hochwertige individuelle und doch preiswerte Einzelbauwerke.


Mit dieser Bauweise wurde erst das Haus Till Behrens in Frankfurt am Main (1968) errichtet, dann die Gebäude von Clara und Dr. Clemens von Arnim in Kronberg/Taunus. (1969), später von Dr.Peter Blanckertz in Bad Homburg (1976) und Dr. Walter Klein in Mommenheim (1978). Weitere wurden in diesem Holzskelettbauweise konzipiert.

Einfamilienhaus mit abtrennbarer Einliegerwohnung in Bad Homburg v.d.H. im Holzbausystem, 1976
Ansicht von Süden bei Tag
Einfamilienhaus mit abtrennbarer Einliegerwohnung in Bad Homburg v.d.H. im Holzbausystem 1976 Ansicht von Süden bei Nacht

1963 entwarf Behrens als Verpackungsdesign die ersten narrensicher zu bedienenden Sprühkappen für Aerosolflaschen, welche die Fa. Wella in Darmstadt für die Sprühdosenreihe „Haarspray for men“ plagiierte.
Till Behrens beschäftigte sich seit dem Studium mit Industriedesign und Möbelbau. Nach dem Kragstuhlprinzip entwarf er 1959 den Schalenschwinger. Er kam 1992 in Edelstahl auf den Markt und ist stapelbar.

Kreuzschwinger (2. Generation)
1959 entwickelte er die Kreuzschwinger®, die ersten ohne Mechanik nach vorne und hinten schwingenden Sitz- und Liegemöbel – von Kunsthistorikern als „Innovation ohne Vorbild“ bezeichnet (Ch. & P. Fiell in “1000 Chairs”).

Paulsplatz Frankfurt am Main, Perpektivische Ansicht, 1974
Paulsplatz Frankfurt am Main, Lageplan und Grundriss, 1975

Einen grossen Teil von Till Behrens’ Lebenswerk umfasst sein stadtplanerisches Engagement zum Wiederbewohnbarmachen unserer Lebensräume und Städte. Hierzu gehören die Konzeptionen „Frankfurter Grüngürtel“ und „Museumsufer“ (1970/71) „Paulsplatz Frankfurt“ (1975), „Frankfurter Römerberg“ (1979, teilrealisiert 1980), „Lärmreduzierung durch Bündelung von Ab- und Anflugrouten mit Autobahnlärmbändern“ (1980), “Frankfurter Pfingstweidstrasse als Verbindung der Zeil zum Zoo“ (1984, teilrealisiert), „Mathildenhöhe Ost in Darmstadt“ (1984).


Mathildenhöhe Ost Darmstadt, Lageplan und Schnitt, 1984
Das Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe besitzt heute eine Repräsentationsseite im Westen und eine Art Hinterhof im Osten. Zur Verbesserung wird vorgeschlagen: Anlage eines Hügelbandes das vom Ausstellungsbau bis zum Spessartring hinabreicht und an seinen Langseiten nach Norden steil und nach Süden sanft abfällt. Es ist im Inneren ausgebaut. Im UG befinden sich Parkflächen, im EG und OG die Hochschule für Gestaltung und das Stadt-Museum mit in der Höhe abgestuften Nordlichtbändern. Als Fortsetzung des Hügel-Querschnittes verlaufen auf ihm zwei Bebauungsbänder mit Terrassenhaus-Wohnungen (in der obigen Abbildung jeweils in rot dargestellt). Als ökonomische und ökologische Stadtreparatur verbindet die Konzeption nordbelichtete großzügige Hochschul- und Museumsanlagen mit südorientierten gestaffelten, hochwertigen Stadthäusern
Bündelung von verlegbaren Abflugrouten mit nicht verlegbaren Autobahnbändern oder wie aus 2x Lärm 1x Lärm wird. (1988)
Lärm ist akustischer Müll. Er trägt wesentlich zur Stadtzerstörung, Stadtflucht und damit Unwirtschaftlichkeit unserer Städte bei. In vielen Städten führen oft mehrere Ab- und Anflugrouten über Wohngebiete hinweg. Es sind zusätzliche Lärmbänder zu Autobahnbändern. Diese haben eine Lärmbandbreite von ca. 4 km bei einer Lärmintensität von 90 dba in ihrer Mitte. Auf Autobahnen wohnt keiner und die verlärmten Ränder sind ohne Wohnwert. Die Konzeption zeigt für den Rhein-Main-Raum die Bündelung der verlegbaren mit den nicht verlegbaren Lärmschneisen, bzw. die Reduzierung von 2x Lärm auf 1x Lärm, dort wo er ohnehin z.Zt. nicht vermieden werden kann – au den Autobahnen. Wertvoller Stadtraum wird vor weiterer Zertörung geschützt und für das Wiederbewohnbarmachen der Stadt zurück gewonnen. Als Nebeneffekt bringt die Bündeung eine physikalische Zugabe mit. Der leisere Lärm geht im lauteren ganz oder teilweise unter.

Übergeordnete Konzeption zum Wiederbewohnbarmachen von Frankfurt am Main, 1970/71
Von der Hessischen Landesregierung 1991 als “ Rahmengebendes Gesamtkonzept für Frankfurt am Main” ausgezeichneter “Masterplan” mit Grüngürtel, Mainuferspange, Museumsufer, Randbebauungen und Verkehrsbündelungen (Konzept von 1970/71)

Als einer der wenigen oder evtl. sogar als einziger Architekt in Deutschland arbeitete Till Behrens in der Stadtplanung seit 1970 – d.h. seit fast 40 Jahren – ehrenamtlich mit Bürgern zusammen. 1970 gründete er die Bürgerinitiative zur Erhaltung des Frankfurter Niddatales. 1971 war er Mitbegründer des „Frankfurter Forum für Stadtentwickung e.V.“, Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Öffentliches Grün“, Vorstandsmitglied, und von 1979 bis 1980 erster Vorsitzender. Seine Konzeptionen Grüngürtel und Museumsufer brachte Behrens in das Frankfurter Forum für Stadtentwicklung ein (Ausführlich hierzu Hotzan J. in dtv-Atlas Stadt 3. Aufl. Dez.2004, S.62/63).

Als Hilmar Hoffmann (SPD) als Kulturdezernent nach Frankfurt kam, griff er aus Till Behrens’ Konzeptionen den Teil Museumsufer auf und brachte ihn in seine Partei ein. 1990 schrieb er im Katalog zur Ausstellung „Museumsarchitektur in Frankfurt 1980 – 1990“ darüber:

“Schon Mitte der siebziger Jahre gab es in Frankfurt eine Bürgerinitiative, die auf Anregung des Frankfurter Architekten Till Behrens, Enkel des berühmten expressionistischen Architekten Peter Behrens, damals noch zunächst aus dominant städtebaulichen Überlegungen heraus, die Ausweitung der Museen am Südufer des Mains forderte. Meine Partei und ich haben sich dann diese Forderung zu eigen gemacht und sie in modifizierter Form selbst politisch vertreten (…) Heinrich Klotz (…) Peter Iden (…) und ich selbst konnten relativ schnell und problemlos und jenseits von parteitaktischen Überlegungen Walter Wallmann davon überzeugen, dieses Konzept eines Frankfurter Museumsufers zu seinem eigenen zu machen“.

Unter Oberbürgermeister Dr. Walter Wallmann (CDU) griff die Stadt Frankfurt a. M. die von Till Behrens und Jochen Rahe in der Schriftenreihe des Frankfurter Forum für Stadtentwicklung unter dem Titel „Die Frankfurter Mainufer – Museen, Grün, Verkehr“ signiert herausgegebene Museumsuferkonzeption in plagiatorischer Weise auf. Er beauftragte nicht die Urheber, sondern das teilweise im städtischen Besitz befindliche Büro von Prof. Albert Speer junior. Speer verwendete die Ideen der Kollegen, gab sich als Urheber aus und liess sich 2003 u.a. hierfür von der Stadt Frankfurt am Main mit der Goetheplakette auszeichnen.

Nachdem Till Behrens 1974 u.a. wegen seiner Grüngürtel-Museumsufer Konzeption durch Wolfgang Bartsch, damaliger BDA-Landesvorsitzender Hessen und in Personalunion auch Vorsitzender des Frankfurter Forums für Stadtentwicklung, in den BDA berufen worden war, zeichnete der BDA 2005 – 31 Jahre später – Prof. Dr. Hilmar Hoffmann nicht nur für die Umsetzung, sondern auch für die Architektenleistung „Konzeption des Museumsufers“ aus, die Hoffmann selbsterklärtermassen (s. o.) von Till Behrens übernommen hatte.

Bereits 23 Jahre vorher hatte Goswin in der Zeitschrift Bauwelt geschrieben, Heft 29 / 1982: „Till Behrens denkt laut und öffentlich nach, und wenn der Magistrat seine Gedanken für die eigenen hält, macht Speerplan einen Bombenentwurf daraus.“

Nach schlechten Erfahrungen mit politischen Vertretern der Stadt Frankfurt und Prof. Albert Speer jun promovierte Till Behrens 1986 zur Wahrung seiner Priorität an dem Grüngürtel-Museumsufer-Konzept unter dem Titel „Die Frankfurter Grüngürtel oder die Auswirkungen einer wachstumsorientierten Stadtpolitik auf zusammenhängende Grünräume“ bei Lucius Burckhardt. Das hinderte die Stadt Frankfurt am Main nicht, 1989 erneut in plagiatorischer Form, nun unter rot / grünem Magistrat, auch den Teil Grüngürtel aus der Behrens` Gesamtplanung aufzugreifen.

Auf der Grundlage des Urteils einer 15-köpfigen Jury zeichnete die Hessische Landesregierung 1990 / 91 den Urheber aus und wies in ihrer Laudatio u.a. darauf hin:

„Prof. Dr.-Ing. Till Behrens hat mit seinem Stadtentwicklungskonzept ‚Grüngürtel mit grüner Mainquerspange, Randbebauung und Verkehrsbündelung’ ein Rahmengebendes Gesamtkonzept für Frankfurt erarbeitet, das nicht der Theorie verhaftet ist, sondern praxisorientierte Realisierungsvorschläge macht. (…) Das Grünraumkonzept ist zukunftsorientiert (…) und offensichtlich geeignet, daraus ein Arbeitsprogramm (…) abzuleiten, was die Stadt Frankfurt inzwischen tut.“

Die Aktion Plagiarius, die sich zum Ziel gesetzt hat das Plagiatsunwesen anzuprangern, stellte 2005 öffentlich fest:

„1994 gab die Fachhochschule Wiesbaden das Buch ‚Eine Innovation wird geplündert’ heraus. Es zeigt wie Politiker aller Couleur sich aus den Ideen und Konzepten von Prof. Dr. Till Behrens bedienten, angefangen vom Museumsufer über den Grüngürtel bis hin zur Römerbergbebauung. Nach zehn Jahren kann das Buch wie folgt fortgeschrieben werden: 1996 wurde Frankfurts damaliger Umweltdezernent Tom Koenigs von Bundesminister Töpfer für das Konzept ‚Grüngürtel’ ausgezeichnet, für das dessen Urheber, Prof. Dr.-Ing. Till Behrens, 1991 schon ausgezeichnet wurde.
Ergo: Ein Plagiat wurde ausgezeichnet.

2003 verlieh die Stadt Frankfurt Prof. Albert Speer die Goethe-Plakette für die Museumsuferkonzeption. Diese stammte jedoch von Prof. Dr. Till Behrens und Jochen Rahe.
Ergo: Ein Plagiat wurde ausgezeichnet.

2005 wurde Prof. Dr. Hilmar Hoffmann nicht nur für die Umsetzung des Museumsuferplanes vom BDA ausgezeichnet, sondern auch für die Konzeption, die wiederum von Prof. Dr. Till Behrens und Jochen Rahe stammt.
Ergo: Ein Plagiat wurde ausgezeichnet und dies im doppelten Sinn, denn Prof. Speer wurde 2003 für dieses Plagiat schon ausgezeichnet.“

1977 hatte Till Behrens die Schrift „Geld gegen Grün – oder wie man eine Stadt unbewohnbar macht“ verfasst. Sie wurde von der Frankfurter FDP herausgegeben, die damals Ökologie und Ökonomie als Einheit vertrat.

1979 wurde Till Behrens zusammen vom DWB unter seinem damaligen Vorsitzenden Lucius Burckhardt, der Zeitschrift Bauwelt unter ihrem damaligen Chefredakteur Ulrich Conrads und dem BDA unter seinem scheidenden Präsidenten Helmut Romeick beauftragt die Schrift zu verfassen „Gibt es im Planungsbereich noch freie Marktwirtschaft – oder wie gemein sind gemeinnützige Baugesellschaften“. Sie sollte als Sondernummer der Bauwelt erscheinen (vgl. Conrads U., „Gute Figur“ Bauwelt 47/1979).

Das Erscheinen verhinderten Präsidialmitglieder des BDA, die für die Baugesellschaft „Neue Heimat“ tätig waren unter dem neuen BDA-Präsidenten Volkwin Marg.

Eine später im Werkbund–Verlag Darmstadt 1982 vorgesehene Alleinherausgabe der Schrift unter dem Titel „Wie gemein sind gemeinnützige Baugesellschaften? –Über Planungsmethoden grosser Wohnbaugesellschaften– Beispiel Frankfurt“ scheiterte nach dem Probedruck an der Finanzierung.

Später konnte sich weder der BDA noch der DWB, sondern das Magazin Spiegel mit dem Erfolg schmücken die Verfilzung der Neue Heimat aufgedeckt zu haben.

Till Behrens war 1965 in den Deutschen Werkbund (DWB) berufen worden.

Die Vorsitzenden Julius Posener und Lucius Burckhardt unterstützten ebenso, wie der vorhergehende stellvertretende Vorsitzende Walter Rossow Till Behrens’ stadtplanerische Konzepte. Sie förderten die Herausgabe des Bandes „Grüngürtel wachstumsorientierte Stadtpolitik und zusammenhängende Grünräume“.

Der DWB stellte im Frankfurter Werkbundhaus Till Behrens´ Bücher vor, zuletzt 1994 „Eine Innovation wird geplündert“. Ferner präsentierte der DWB 1989 auf Anregung von Jochen Rahe Behrens` Hochschulprojekt „Reisegepäck im Zeitalter des Tourismus“. Die Funktionsmodelle im Mass-Stab 1:1 wurden von den Studierenden auf dem Laufsteg präsentiert und anschliessend im Schaufenster ausgestellt (vgl. u.a. FAZ, 24.04.89, FNP. 25.04.89, werk und zeit 13.04.89).

Über eine Generation hinweg hatte der DWB von Till Behrens’ Einsatz profitiert. Als eine neue Mitgliedergeneration das ursprüngliche Werkbundziel, die Gestaltung einer egalitären, humanen Industriegesellschaft aufgab und der DWB zum Schein- und Erinnerungswerkbund degenerierte, trat Till Behrens 2001 als dienstältestes Hessisches Mitglied aus.

Peter mit 33 und Till mit 37 Jahren DWB-Mitgliedschaft verkörpern zusammen 70 Jahre Werkbundengagement.

Von 1980 – 1998 lehrte Behrens an den Universitäten Stuttgart, Kassel, HfG Offenbach und der University of applied sciences FH Wiesbaden Stadt- und Landschaftsplanung, Entwurf, Hochbaukonstruktion, Architekturtheorie, Industriedesign und Gestaltung.

1987 berief der Hessische Minister des Innern Till Behrens in den Sachverständigen-Ausschuss der Architektenkammer Hessen.  Seit 50 Jahren ist Till Behrens Juror (Fachpreisrichter) in den Bereichen Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung, Produktion und Gestaltung in Wettbewerben.

Literatur über und von Till Behrens

Till Behrens
1970/71 Stadtentwicklungskonzeption Grüngürtel mit grüner Mainquerspange, Randbebauung und Verkehrsbündelung inkl. Museumsuferkonzeption zum Wiederbewohnbarmachen von Frankfurt am Main (Masterplan), Verlag Dieter Fricke, Frankfurt 1988 (Einband erste Buchausgabe), ISBN 3-88184-099-0
Till Behrens
1970/71 Stadtentwicklungskonzeption Grüngürtel mit grüner Mainquerspange, Randbebauung und Verkehrsbündelung inkl. Museumsuferkonzeption zum Wiederbewohnbarmachen von Frankfurt am Main (Masterplan), Verlag Jochen Rahe, Walldorf 1992 (Einband zweite Buchausgabe), ISBN 3-9803080-1-4

Till Behrens
“Eine Innovation wird geplündert – Grüngürtel-Flußufer-Konzeption 1969-1994 – im Spiegel der Presse und von Zeitdokumenten”, herausgegeben von der staatlichen Einrichtung, der University of applied sciences FH Wiesbaden 1994 (Einband des 218 Seiten starken Bandes), ISBN 3-923068-22-0
Jörg Engelmann
„Till Behrens – Erfindung und Konstruktion – Architektur Stadtplanung, Design“, Verlag Das Beispiel Darmstadt 1996, 176 S.,403 Abb., ISBN 3-923974-39-6

Aktion Plagiarius (Hrsg.-Editor)
„Kreuzschwinger – Dynamisches Sitzen – Dynamic Seating“, Gebr. Mann Verlag Berlin 2008, ISBN 978-3-7861-2570-9
Siehe www.gebrmannverlag.de
Aktion Plagiarius (Hrsg.)
Frankfurter Grüngürtel – Flussufer – Konzeption 1969 – 2014
Geschichtsfälschung – Plagiat – Bürgerbevormundung
Gebr. Mann Verlag Berlin 2016, ISBN 978–3–7861-2679 –I, 312 Seiten, 195 s/w- und Farbabbildungen

Veröffentlichungen von Till Behrens zur Stadtplanung (Auszug):

Eine vollständige Aufzählung von Till Behrens´ Publikationen über Architektur, Stadtplanung und Design, bis Mitte 1995 findet sich im Band „Jörg Engelmann – Till Behrens- Erfindung und Konstruktion…“ auf den Seiten 170 – 172


Unter massgeblicher Beteiligung von Till Behrens entstandene Schriften des Frankfurter Forum für Stadtentwicklung:

1972 Stellungnahme zum Gesamtverkehrsplan Frankfurt am Mai

1972/73 Stellungnahme und Vorschläge zur Frankfurter Grünplanung: Der Grüngürtel – die Chance

1974 Vorschläge zur Zoo-Planung im Niddatal

1975 Grosskraftwerk im Fechenheimer Mainbogen, Stellungnahme und alternative Vorschläge

1976 Aspekte der Frankfurter Stadtentwicklung

1979 U-Bahn Betriebshof in Seckbach, Stellungnahme und alternative Vorschläge

1979 Schutz für den Frankfurter Grüngürtel – was wurde aus dem Vorschlag des Frankfurter Forums für Stadtentwicklung von 1972/73 ?

1979/80 Die Frankfurter Mainufer – Museen, Grün, Verkehr

1980 Verkehrsberuhigung Ortsteil Rödelheim

Till Behrens´ stadtplanerische Publikationen in Zeitschriften und Tageszeitungen:

“Geld gegen Grün…oder Wie man eine Stadt unbewohnbar macht”, Frankfurt a. M. 1977

„Gedanken zum Frankfurter Römerberg“, Berlin, Bauwelt 14/1979

„Schutz für den Frankfurter Grüngürtel, was wurde aus dem Vorschlag des Frankfurter Forums für Stadtentwicklung von 1972/73 ?“ Berlin, Bauwelt 9/1980

„Die Frankfurter Mainufer – Museen, Grün, Verkehr“ Berlin, Bauwelt 17/18 1980

“Das Beispiel Frankfurt – Was ist einer Stadt der Landschaftsschutz wert oder Wie stark sind Bürger gegenüber Kapitalinteressen?”, In Andritzky, M. / Spitzer, K. (Hg.) “Grün in der Stadt”, rororo 7464, Hamburg 1981, 1680-ISBN 3-499-17464-2

„Wie gemein sind gemeinnützige Baugesellschaften? Über Planungsmethoden grosser Wohnbaugesellschaften, Beispiel Frankfurt“, Werkbund-Verlag, Alexandraweg 26, Darmstadt vorgesehen 1982, ISBN 3-88751-005-3

„Lärmschutz durch Bündelung von Lärmbändern im Verdichtungsraum Frankfurt am Main“, Berlin Bauwelt 12/1988

„Lärm über Frankfurt – Beruhigung durch Bündelung von Lärmbändern der Abflugstrecken mit Autobahnen“, Frankfurt, werk und zeit 2/88

„Grüngürtel für Frankfurt“, München, Garten und Landschaft 4/89

„Wohnungen am Grünen sollen Frankfurt wieder bewohnbar machen”, FAZ v. 23.06.89

„Recycling verbrauchter Flächen zur Stadterneuerung am Beispiel Frankfurt am Main“.
Lichtbildervortrag auf dem Symposium „areal“ in Köln am 10.11.1989, veröffentlicht in der Vortragsdokumentation

„Noch immer Fluglärm über Frankfurt“ Frankfurt, werk und zeit 3/90

„Vom Chaos zur Idealstadt, Grüngürtel – Mainufer-Konzeption,“ DAB 5/9, Stuttgart

„Die Stadt wieder bewohnbar machen“, Darmstadt, das bauzentrum 6/91

„Lärm über Frankfurt – oder anderswo: Lärmbänder bündeln“, Damstadt, das bauzentrum 1/92

„Schneisen für den Verkehrslärm, Krach über Frankfurt – oder anderswo, Lärmbänder bündeln, Till Behrens 1988“, in Klärwerk Frankfurt Main 1992

„Chance für die Stadt: Was ist aus Behrens’ Frankfurter ‚Grüngürtel’ geworden?“
Interview mit Till Behrens, Darmstadt, das bauzentrum 2/93

„Grüngürtel mit Randbebauung -Unsere Städte wieder Bewohnbar machen – Das Beispiel Frankfurt“, in werk und zeit, Perspektiven 1, Beiträge zur Zukunft der Moderne, S. 50 -55, Deutscher Werkbund dwb e. V. Frankfurt am Main ohne Datum (1993)

„Vom Unternehmen Stadt mit Parkplanung zur Wohnstadt mit Landschaft“, Darmstadt, das bauzentrum 3/95

„Le Corbusier und Deutschland, inhumane Stadtplanung statt reiner edler Kunst“ Darmstadt, das bauzentrum 7/96